15.05.2012 |

Tarifkonflikt Metall- und Elektroindustrie

Warnstreiktag in Nordhessen: Tausende trotzen Arbeitgeberwetter

Der 15. Mai in Kassel war von 10:30 bis 13 Uhr komplett in der Hand der IG Metall: In über 20 Betrieben folgten die Beschäftigten dem Warnstreikaufruf und legten die Arbeit nieder. Trotz ungemütlichen "Arbeitgeberwetters" machten die MetallerInnen klar, dass die Tarifrunde keine Schönwetterveranstaltung ist.
Mit dabei waren viele Betriebe aus den Regionen Nordhessens, unter ihnen viele Jugend- und AuszubildendenvertreterInnen und Auszubildende. Ihre Jugendforderung nach der unbefristeten Übernahme wurde laut und stark in der Öffentlichkeit platziert und insbesondere in der Rede vom Jugendvertreter Alazar Measho von Volkswagen unterstützt. Jugendsekretär Javier Pato Otero zeigte sich zufrieden: "Alles in allem eine sehr erfolgreiche Veranstaltung für die Jugendlichen und für unsere Verwaltungsstelle Nordhessen: Über 3.500 Kolleginnen und Kollegen trotz Wind und Regen auf der Straße – das ist ein starkes Zeichen."

Weitere 4.500 Beschäftigte aus dem VW-Werk Kassel nahmen zeitgleich an einer einstündigen Informationsveranstaltung ihres Betriebsrats teil (Flugblatt zur Tarifrunde bei VW).

Videos vom Warnstreiktag in Nordhessen:
http://www.youtube.com/watch?v=qU3U_WvcUrU&feature=youtu.be
http://www.youtube.com/watch?v=JkrIG3bmMSc&feature=youtu.be

Weitere Fotos aus Kassel in der Bildergalerie

15.05.2012 |

Tarifkonflikt Metall- und Elektroindustrie

Mehr als 100.000 Warnstreikende im Bezirk

5000 aus den ZF-Betrieben warnstreiken in Saarbrücken (Foto: IG Metall)
Warnstreik bei GKN in Offenbach am 10.5.2012 (Foto: IG Metall)
Warnstreik bei Federal Mogul am 9.5.2012 (Foto: IG Metall)

Mehr als 100.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie sind seit Ende der Friedenspflicht Ende April bisher dem Aufruf der IG Metall gefolgt. In dieser Woche liegt der Schwerpunkt der Warnstreikaktionen bei mehreren Kundgebungen vor Werktoren und auf Marktplätzen. So fanden Großkundgebungen in Koblenz, Kirchheimbolanden, Kassel und Kaiserslautern statt. Weitere Aktionen sind in Wörth und Völklingen und Frankenthal geplant.

09.05.2012 |

4. Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie

Arbeitgeber blockieren weiter: Jetzt erhöhen wir den Druck!

7200 demonstrieren am 9. Mai in Homburg/Saar
Foto: Mario Moschel

Auch bei der 4. Verhandlung im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie, heute in Zweibrücken, legten die Arbeitgeber kein neues Angebot vor. Sie bleiben bei ihrem unverschämten Geldangebot von drei Prozent für 14 Monate - umgerechnet gerade mal 2,57 Prozent pro Jahr und damit höchstens ein Inflationsausgleich. Von unbefristeter Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit wollen sie gar nichts wissen.

Knapp 14.000 Beschäftigte aus 50 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie zeigten heute im Bezirk Frankfurt, was sie von der Hinhaltetaktik der Metallarbeitgeber halten:

In Homburg/Saar nahmen 7.200 warnstreikende Kollegen an einer großkundgebung auf dem Marktplatz teil. Weitere 1.500 saarländische Kollegen legten in Saarbrücken und Neunkirchen zeitweise die Arbeit nieder. In Hessen beteiligten sich bis zum Nachmittag über 3.000 Beschäftigte an den Aktionen. In Rheinland-Pfalz waren es bis zum Nachmittag rund 2.000. In Thüringen traten bis zum Nachmittag rund 400 Beschäftigte in den Ausstand.

Da die Arbeitgeber anscheinend nicht hören wollen müssen sie jetzt fühlen. Mit massiven Warnstreiks werden wir in den nächsten Tagen noch mal richtig Druck machen!

Flugblatt zu den gescheiterten Verhandlungen am 9. Mai (PDF)

Bilder von den Aktionen auf den Seiten der Verwaltungsstellen

Medieninformation zu dem für morgen geplanten Warnstreiks 

03.05.2012 |

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

Warnstreiks ausgeweitet: 14.750 legen die Arbeit nieder

Warnstreik: 5000 bei Ford in Saarlouis legen die Arbeit nieder
Foto: IG Metall

Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie haben ihre Warnstreiks im Bezirk Frankfurt ausgeweitet. Heute legten 14.750 Beschäftigte in 76 Betrieben in Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zeitweise die Arbeit nieder. Weitere Warnstreiks sind für den Abend angekündigt.

Der Schwerpunkt der heutigen Warnstreiks lag im Saarland, wo sich bis zum Nachmittag 6.100 Beschäftigte an den Aktionen der IG Metall beteiligten, darunter 5000 bei Ford in Saarlouis. In Hessen beteiligten sich bis zum Nachmittag 4.650 Beschäftigte, in Rheinland-Pfalz 2.800, in Thüringen 1200. Die Carl-Zeiss Betriebe in Jena brachten ihren Unmut über das unverschämte "Angebot" der Arbeitgeber durch eine Demonstration auf der Carl-Zeiss-Promenade zum Ausdruck.

Auch morgen wird es wieder Warnstreiks in allen vier Bundesländern geben.

02.05.2012 |

Weitere Warnstreiks

Über 6.300 Beschäftigte legten die Arbeit nieder

Warnstreik bei Daimler in Kassel
Foto: Martin Sehmisch

Mehr als 6.300 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen haben sich am 30. April und 2. Mai an den Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie beteiligt. Schwerpunkte waren dabei das Daimler-LKW-Werk in Wörth am 30. April mit 2.500 Beschäftigten, bei Daimler in Kassel am 2. Mai mit 750 Beschäftigten, in der Verwaltungsstelle Bad Kreuznach mit mehr als 700 Beschäftigten (u.a. bei ZF Friedirgshafen, KHS und Delphi) und bei Conti Teves in Frankfurt mit 500 Beschäftigten. Allein am heutigen Mittwoch hatten rund 3.000 Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt. Am Donnerstag sind Warnstreikschwerpunkte im Saarland und in Hessen zu erwarten.

Über weitere Warnstreikaktionen informieren wir täglich.

29.04.2012 |

Beschäftigte bei ThyssenKrupp Rasselstein legten die Arbeit nieder

Erste Warnstreikwelle hat begonnen

Warnstreik bei ThyssenKrupp in Rasselstein
Für unbefristete Übernahme und faire Bezahlung.

Die erste Warnstreikwelle im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie ist in der Nacht zum Sonntag auch im Bezirk Frankfurt (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen) angerollt. Unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht zum 29. April, 00:00 Uhr) haben 400 Metallerinnen und Metaller bei Thyssen Krupp Rasselstein in Andernach die Arbeit nieder gelegt. Unterstützt wurden sie von weiteren 100 Kolleginnen und Kollegen aus den benachbarten Betrieben.
Bereits vor Ende der Friedenspflicht hatten mehr als 12.000 Menschen in verschiedenen Auftaktveranstaltungen in den vier Bundesländern des Bezirks ihren Protest gegen das unzureichende Angebot der Arbeitgeber geäußert. „Die hohe Beteiligung zeigt die Enttäuschung über das mickrige Angebot der Arbeitgeber und die Entschlossenheit in den Belegschaften, für die Forderungen der IG Metall einzutreten. „Beim Geld zu wenig, bei Leiharbeit und Übernahme nichts, stattdessen Gegenforderungen, das ist eine gezielte Provokation“, sagte IG Metall Bezirksleiter und Verhandlungsführer Armin Schild.
Schild: „Wir werden nun mit Warnstreiks in dieser Woche den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Nur so besteht noch eine Chance auf eine Lösung zu den drei Forderungselementen der IG Metall ohne Arbeitskampf. Da die Arbeitgeber die deutlichen Signale der Beschäftigten entweder nicht wahrnehmen oder nicht respektieren, bleibt keine andere Wahl.“

20.04.2012 |

- IG Metall Jugend ist „Feuer und Flamme“ für die unbefristete Übernahme -

Zukunftspaket statt Mogelpackung

Bild zum Thema Bildergalerien
Foto: Frank Rumpenhorst

Bei der 3. Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Mainz, machte die IG Metall Jugend aus Darmstadt und Mainz-Worms mit einer kreativen Aktion auf das „Angebot“ der Arbeitgeber aufmerksam. Nach Ansicht der Jugendlichen handelt es sich bei dem Tarifangebot der Arbeitgeber schlichtweg um eine Provokation an die Adresse der Gewerkschaft.

Daher wurde vor dem kurfürstlichen Schloss am Rheinufer von den Jugendlichen eine große, giftgrüne "Mogelpackung" aufgebaut, aus der statt guter Argumente lediglich eine Menge heiße Luft in den Himmel qualmend aufstieg.Weil das Angebot der Arbeitgeber keinerlei Verbesserungen für die Übernahme nach der Ausbildung vorsieht, bekräftigten die Jugendlichen lautstark und deutlich sichtbar ihre Forderungen nach der unbefristeten Übernahme. Nachdem sich die heiße Luft verzogen hatte, formten sie kurzerhand ein Zukunftspaket für die Junge Generation.

"Die Auszubildenden sind Feuer und Flamme für die unbefristete Übernahme und werden weiterhin in der Öffentlichkeit und in den Betrieben Druck für ihre Forderungen machen“, so Frank Baumeister von Opel Rüsselsheim. Gemeinsam mit weiteren Kollegen zeigte er im Anschluss mit einer Feuershow, dass es nun in die heiße Phase der Tarifauseinandersetzung geht

20.04.2012 |

3. Runde der Tarifverhandlungen am 19. April in Mainz

Dreimal voll daneben: das "Angebot" der Arbeitgeber

Das Angebot der Arbeitgeber war groß angekündigt, fiel aber ziemlich mickrig aus. Lediglich drei Prozent mehr Geld für 14 Monate bieten sie den rund 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland- Pfalz, dem Saarland und Thüringen an. Das sind auf zwölf Monate aber deutlich weniger als drei Prozent. Das Angebot gleicht damit nur die voraussichtliche Preissteigerungsrate aus, berücksichtigt aber in keiner Weise den wirtschaftlichen Aufschwung in der Metallindustrie. Auch sonst kam von den Arbeitgebern nur Blockade. Die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten lehnen sie genauso ab wie eine Ausweitung der Mitbestimmung bei der Leiharbeit. »Das Angebot ist eine reine Mogelpackung«, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Armin Schild nach der Verhandlung am 19. April in Mainz.

Mehr Informationen zum "Angebot" der Arbeitgeber in diesem Flugblatt

Wir fordern 6,5% mehr Geld!
Wir fordern die unbefristete Übernahme!
Wir fordern faire Leiharbeit!
29.03.2012 |

Zweite Tarifverhandlung brachte keine Annäherung

IG Metall fordert endlich ein Angebot

Foto: Frank Rumpenhorst

Die zweite Tarifverhandlung für die rund 400.000 Beschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen brachte am Donnerstag in Darmstadt keinerlei Annäherung. Die Tarifvertragsparteien haben sich auf den 19. April in Mainz vertagt. Auch in der zweiten Runde wurde über alle drei Themen des Forderungspakts verhandelt: Einkommensverbesserungen von 6,5%, unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte bei Leiharbeit.
Armin Schild, IG Metall Bezirksleiter und Verhandlungsführer, forderte die Arbeitgeber auf, ein tragfähiges Angebot vorzulegen. Die IG Metall warnte die Arbeitgeber vor einer Verzögerungstaktik. Bis jetzt sei man keinen Schritt weitergekommen. Obwohl die IG Metall bereits Monate vor der Tarifrunde Gespräche über Übernahme und Leiharbeit angeboten habe, sei von den Verbänden bis heute nichts gekommen als „ideologisch aufgeladene heiße Luft“. Der Druck in den Betrieben nehme zu, die Empörung der Belegschaften wachse von Tag zu Tag. „Wir wollen zu allen drei Themen eine Lösung vor dem Ende der Friedenspflicht. Das geht, aber geht nur, wenn die Arbeitgeber ideologischen Dampf ablassen. „Sie haben noch eine Chance am 19.April, danach müssen wir andere Töne anschlagen“, sagte Schild.
Vor dem Verhandlungsbeginn hatten wiederum über 1.000 Beschäftigte für die Forderungen der IG Metall vor dem Verhandlungslokal demonstriert.

Bildergalerie

10.01.2012 |

Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Frankfurt

Fahrplan der Tarifrunde

Am 24. Februar entscheidet der IG Metall Vorstand über die Forderungen aus den Bezirken.
Foto: Frank Rumpenhorst

Februar 2012

  • 07. Februar
    Der Vorstand der IG Metall beschließt die Forderungsempfehlung
  • 10. Februar 
    Tarifverhandlungen zur unbefristeten Übernahme Ausgebildeter und Verbesserung des Ausbildungszugangs
  • 13. bis 17. Februar
    Aktionswoche "Wir werden aktiv in den Betrieben - Woche der Abstimmung zur Übernahme"
  • 22. Februar
    Klausur der Verhandlungskommissionen
  • 23. Februar
    Die Tarifkommissionen beschließen die Forderung und die Kündigung der Tarifverträge
  • 24. Februar
    Der Vorstand der IG Metall entscheidet über die Forderungen aus den Bezirken

März 2012

  • 6. März
    Erste Tarifverhandlung
  • 26. März
    Zweite Tarifverhandlung
  • 31. März
    Die Laufzeit der Entgelttarife endet

April 2012

  • 19. April
    Dritte Tarifverhandlung
  • 26. April
    Sitzung der Tarifkommissionen
  • 28. April
    Ende der Friedenspflicht

Mai 2012

  • 09. Mai
    Vierte Tarifverhandlung
22.02.2012 |

1. Tarifverhandlung

IG Metall will höhere Löhne für Leiharbeitnehmer

Die ersten Tarifverhandlungen zwischen der IG Metall und dem Bundesverband der Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) über Branchenzuschläge für Leiharbeitsbeschäftigte sind nach rund 3 Stunden vertagt worden. „Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Wir stehen erst am Anfang eines schwierigen Verhandlungsweges und sind noch ein gutes Stück von unserem Ziel der fairen Bezahlung von Leiharbeitnehmern entfernt“, sagte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Verhandlungsführerin der IG Metall, am Mittwoch in Düsseldorf.

Die Verhandlungen sollen am 20. März 2012 fortgesetzt werden. IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild, der ebenfalls der IG Metall Verhandlungsführung angehört sagte: "Ich bin zuversichtlich, dass wir zügig eine gute Regelung hinbekommen werden."

Laut Schild gibt es aber drei „Knackpunkte“:
Erstens die Höhe der Branchenzuschläge. Die IG Metall fordert, dass die Lücke „vollständig geschlossen wird“ – diese kann in den unteren Entgeltgruppen bis zu 40 Prozent betragen.
Um die Lücke komplett zu schließen, will die IG Metall nicht nur einen Branchenzuschlag, der sich am Flächentarifvertrag orientiert, sondern auch eine „Einsatzzulage“, die die Regelungen des jeweiligen Betriebs berücksichtigt. Die Arbeitgeber wollen die unteren Entgeltgruppen von der Angleichung ausschließen, die IG Metall werde es aber nicht zulassen, dass diese Gruppen „abgeknipst“ würden, so Schild.
Dritter Knackpunkt sei die sogenannte „Anwartschaftszeit“. Die IG Metall wird darauf bestehen, dass die Zuschläge ab dem ersten Arbeitstag gezahlt werden. Bei den Arbeitgebern sind Übergangszeiten von mehreren Monaten im Gespräch.  

06.03.2012 |

1. Tarifverhandlung in der Mittelgruppe und Thüringen

IG Metall: Arbeitgeber sind notorische Neinsager

Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurt. Die 1. Tarifverhandlung für die rund 400.000 Beschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen sind am Dienstag in Frankfurt auf den 29. März vertagt worden. Zu Beginn der Gespräche hatten die IG Metall-Jugend und mehr als 900 Beschäftigte vor dem Verhandlungsort für die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten protestiert.

IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild: „Zu Beginn der Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie haben wir es auf Seiten der Arbeitgeber mit Neinsagern zu tun. Sie sagten gleich dreimal Nein: Nein zu mehr Geld, Nein zur unbefristeten Übernahme und Nein zu mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeit. Unsere Forderungen sind wirtschaftlich sinnvoll und für die Unternehmen bezahlbar."

Video-Bericht bei SWR Online

27.02.2012 |

Tarifkommissionen beschließen Forderungen

Tarifrunde 2012 beginnt für die Mittelgruppe und Thüringen

Bild zum Thema Bildergalerien
Die Forderungen wurden mit großer Mehrheit beschlossen. Foto: Volker Beck

Mit einer Entgeltforderung von 6,5 Prozent für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie geht der Bezirk Frankfurt für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen in die Tarifrunde 2012. Weitere Forderungselemente sind die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte, um Leiharbeit zu begrenzen und fair zu regulieren. Dies beschlossen die Tarifkommissionen der vier Bundesländer am Donnerstag in Frankfurt einstimmig. Erstmalig verhandeln die Mittelgruppe und Thüringen gemeinsam. Die erste Tarifverhandlung für die rund 420.000 Beschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie ist am 6. März in Frankfurt.

04.01.2012 |

Bezirksleiter Armin Schild: Unser Plus ist ein Signal!

Die Tarifrunde 2012 wird eine harte Auseinandersetzung!

Bezirksleiter Armin Schild bei der Sitzung der Tarifkommissionen des Bezirk Frankfurts.
Foto: Volker Beck

Wir wollen erreichen, dass wieder mehr junge Menschen eine Chance bekommen, in die Ausbildung einzusteigen, und dass weniger von ihnen nach der Ausbildung in Warteschleifen hängen und sich als prekär Beschäftigte andienen müssen. 
Unsere Forderung: Unbefristete Übernahme aller Azubis! 
Wir wollen erreichen, dass Leiharbeit begrenzt und fair bezahlt wird. Deshalb: Branchenzuschlag und betriebsbezogene Lohnzuschläge für Leiharbeitnehmer! Und wir erwarten ein ordentliches Plus in der Lohntüte – weil wir mit unserer Arbeit die Gewinne erwirtschaften, weil Europa einen starken Binnenmarkt in Deutschland dringender braucht denn je! Die Arbeitgeber werden uns nichts schenken. Für Fortschritt, sichere Jobs und Lebensqualität müssen wir schon selbst eintreten. Dabei verhandeln wir für die globale Exportbranche Nummer eins. Das bedeutet: Nicht nur wir profitieren von einer Einkommenssteigerung, sondern auch unsere europäischen Kollegen. Denn unser Abschluss hat Signalwirkung.
Lasst uns gemeinsam und entschlossen eintreten für das beste Signal, das wir erreichen können: Endlich wieder mehr Gerechtigkeit in Deutschland und Europa!

10.01.2012 |

Metall- und Elektroindustrie Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen

Auftakt zur Tarifrunde 2012

Logo der Tarifrunde 2012
Logo der Tarifrunde 2012

Mit der gemeinsamen Sitzung der Tarifkommissonen der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Frankfurt (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen) Mitte Dezember 2011 haben die Kolleginnen und Kollegen die Tarifrunde 2012 eingeläutet. 

Den Fahrplan der Tarifrunde, alle weiteren Informationen, Flugblätter und die bezirkliche Publikation "Argumente zur Tarifrunde" findet man auf der folgenden Seite. Dazu entweder dem Link unten folgen, oder rechts auf das Logo der Tarifrunde klicken. 

30.11.2011 |

Tarifpolitisches Forum in Frankenthal

IG Metall fordert deutliche Reallohnzuwächse

Frankenthal. Im Vorfeld der 2012 anstehenden Tarifrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie haben Betriebsräte und Tarifkommissionsmitglieder des IG Metall Bezirks Frankfurt (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen) über die ökonomische Entwicklung und gewerkschaftspolitische Herausforderungen beraten. Ein Schwerpunkt war die Tarifpolitik. „Die IG Metall kann selbstbewusst und mit Zuversicht in die Tarifrunde 2012 gehen. Die Bilanzen und Geschäftsberichte für das Jahr 2011 sind glänzend, aber die gesamtwirtschaftliche Lage bleibt unsicher" sagte IG Metall Bezirksleiter Armin Schild vor und 180 Teilnehmern der Konferenz in Frankenthal. In den kommenden Wochen wird die IG Metall die Debatte in den Betrieben über die Tarifforderung führen.

28.09.2011 |

Gemeinsame Sitzung der Tarifkommissionen Mittelgruppe (Hessen. Rheinland-Pfalz und das Saarland) und Thüringen

IG Metall will deutliche Entgeltzuwächse, Übernahme der Auszubildenden und Mitbestimmung bei Leiharbeit

Bezirksleiter Armin Schild
Foto: Volker Beck

Der IG Metall Bezirk Frankfurt will ab sofort mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie die tarifliche Regelung der unbefristeten Übernahme der Auszubildenden und die betriebliche Gestaltung der Leiharbeit erörtern. Das haben die Tarifkommissionen des Bezirks Frankfurt für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland (Mittelgruppe) und Thüringen heute auf ihrer gemeinsamen Sitzung beschlossen. Die IG Metall will zu diesen Themen substanzielle Ergebnisse erreichen, noch bevor im Frühjahr 2012 die Entgelttarifrunde startet.

Im einzelnen strebt die IG Metall im Bezirk Frankfurt an:

  • deutliche Entgeltzuwächse
  • unbefristete Übernahme von Ausgebildeten im Anschluss an die Berufsausbildung
  • tarifliche Regelungen zur Verbesserung des Ausbildungszugangs für benachteiligte Jugendliche, intensive Ausbildungsbegleitung und Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung
  • Begrenzung und faire Regelung von Leiharbeit, insbesondere zu Anlass, Volumen, Dauer, Einsatzbereichen, Übernahme sowie Auswahlkriterien in einer freiwilligen Betriebsvereinbarung
  • wirksames Zustimmungsverweigerungsrecht für Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit im Betrieb mit tariflicher Schlichtungsstelle als Konfliktregulierung
  • Ausweitung der Informations- und Mitwirkungsrechte des Betriebsrats beim Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten im Betrieb

Darüber hinaus erwarten die Mitglieder der Tarifkommissionen eine Regelung zur Vergütung von Leiharbeit auf der Basis des equal-pay Prinzips mit den Verbänden der Leiharbeitsbranche noch vor Beginn der Tarifrunde 2012 in der Metallindustrie.

IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild: „Mehr Verteilungsgerechtigkeit ist dringend notwendig. Das heißt deutliche Entgeltsteigerungen für die Stammbelegschaften, daran gekoppelte equal-pay Entgelte für die Leiharbeitnehmer und Schutz der jungen Generation vor dem Abrutschen in prekäre Beschäftigung. Die IG Metall wird ihre Mitglieder dafür mobilisieren, um Teilhabe zu sichern und einen Beitrag zur Stabilisierung der Konjunktur in Europa zu leisten."

Am 1. Oktober ruft die IG Metall bundesweit zum Jugend-Aktionstag in Köln auf. Aus dem Bezirk Frankfurt werden über 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Sie fordern zusammen mit anderen unter dem Motto "Laut und stark" bessere Zukunftsperspektiven für junge Menschen und die unbefristete Übernahme nach der Berufsausbildung.