Start der Informationskampagne
Du bist mehr wert

Am 8. August hat für viele Schülerinnen und Schüler in Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland das Schulabschlussjahr begonnen. In Thüringen ist Schulstart am 22. August.
Damit beginnt die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Um jungen Menschen eine bessere Orientierung über aussichtsreiche Berufsperspektiven zu geben, startet die IG Metall in Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Informationskampagne „Du bist mehr wert“.
"Die Chancen auf eine wirklich zukunftssichere Ausbildung steigen dadurch. Aber diese Chancen sollten junge Menschen auch nutzen, “ sagte IG Metall Bezirksleiter Armin Schild. „Metall-, Elektro- und Stahlindustrie sind eine gute Adresse für die Berufswahl.“
In Betrieben, in denen der Tarifvertrag der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie gilt, erhalten Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr ca. 800 Euro Ausbildungsvergütung. Zudem besteht Anspruch auf 30 Arbeitstage Urlaub, zusätzliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Nach Abschluss der Ausbildung ist die Übernahme im Ausbildungsbetrieb tariflich gesichert. Die in den Metall- und Stahltarifverträgen geregelten Einkommen liegen weit oberhalb des Durchschnitts aller Branchen.
Viele Betriebe der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie bieten eine hervorragende Ausbildung. Aber es gibt auch schwarze Schafe, die sich nicht an Tarifverträge halten und Azubis als billige Hilfskräfte missbrauchen.
Angesichts zurückgehender Bewerberzahlen und steigendem Fachkräftebedarf ermuntert die IG Metall Bewerberinnen und Bewerber, sich vorher zu informieren, welche Bedingungen der gewünschte Ausbildungsbetrieb während und nach der Ausbildung bietet. Ist der Arbeitgeber an Tarifverträge gebunden? Stimmt die Qualität der Ausbildung? Gibt es einen Betriebsrat, der die Einhaltung überwacht?
„Du kannst wählen, wem du deine berufliche Zukunft anvertraust“, ist der Rat der IG Metall.
Die IG Metall vor Ort kennt die Betriebe deiner Region. Dort kannst du erfahren, welche Betriebe eine hervorragede Ausbildung anbieten und welche die "schwarzen Schafe" sind. Klick einfach auf diesen Link, dort kannst du nach deiner PLZ suchen und bekommst die für dich zuständige Verwaltungsstelle genannt.
Für die Suche nach dem passenden Ausbilungsplatz
Checkliste
Wenn Du Dich bewerben willst, dann solltest du diese Fragen beachten:
- Hat der Betrieb einen Betriebsrat?
Nur in Unternehmen mit einem starken Betriebsrat herrschen gute Bedingungen für Auszubildende. Und die JAV’en (Jugend- und Auszubildendenvertretungen) setzen sich ein für Jugendliche und Azubis. - Ist der Betrieb tarifgebunden?
Nur wenn der Betrieb Mitglied im Arbeitgeberverband ist (oder in einem Haus- oder Anerkennungstarifvertrag), gelten die Tarife (Mindestnormen) , die von der IG Metall ausgehandelt worden sind. - Gibt es eine Übernahmegarantie?
Per Tarifvertrag hat die IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie eine Übernahmegarantie von 12 Monaten nach der Ausbildung durchgesetzt.
Vorsicht bei einer Verbundausbildung!
Überbetriebliche Ausbildung ist okay. Dabei wird ein Vertrag mit einem Betrieb geschlossen. Die Ausbildung findet in verschiedenen Betrieben und der Berufsschule statt.
Außerbetriebliche Ausbildung dagegen ist oft nicht akzeptabel, weil der Azubi einen Vertrag mit einer Bildungseinrichtung abschließt, keine Verbindung zum Betrieb hat und oft erheblich weniger verdient.
Übrigens: Nur 20 Prozent der Unternehmen bilden überhaupt aus.
Jetzt rächt sich, dass in den letzten Jahren viel zu wenig ausgebildet wurde. Folge: Die Politik schritt ein und schuf eine Vielzahl von außerbetrieblichen Ausbildungsgängen. Viele von ihnen aber liegen weit unter den gültigen, tariflichen Bestimmungen. Und oft auch unter den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG).
Und das BBiG schreibt eine »angemessene Vergütung« vor, die laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 1991 nicht unter »80 Prozent« des örtlichen Tariflohns liegen darf.
Bei außerbetrieblichen Ausbildungsstätten sind noch größere Abweichungen möglich. Es gibt sogar Ausbildungsgänge, die mit einem Taschengeld von unter 200 Euro im Monat bezahlt werden – unter stillschweigender Duldung der Industrie- und Handelskammern.
Die IG Metall findet: Angemessen ist nur der Tarif. Damit man davon leben kann.


